Ausstellungseröffnung im Rahmen der „Langen Nacht der Blasmusik“ am 17. Juni ab 18:30
Die Ausstellung „500 Jahre Tiroler Landlibell“ ist vom 17. Juni bis 10. Juli 2011 von DI–SO von 10.00 bis 17.00 Uhr im Schloss Landeck zu besichtigen.
Am 23. Juni 1511 wurde von Kaiser Maximilian I. im Einvernehmen mit den Tiroler Landständen das berühmte Landlibell erlassen, jene Verteidigungsordnung, die in ihren Grundzügen bis ins 20. Jahrhundert Gültigkeit hatte.
Das Tiroler Landlibell wird vielfach als die „Geburtsurkunde“ des Tiroler Schützenwesens gesehen. Das Landlibell regelte im Fall einer feindlichen Bedrohung das Aufgebot, Zuzug genannt, sowie die Aufbringung der hierfür nötigen Geldmittel. Die wichtigste Bestimmung war die Verpflichtung aller Stände, zur Verteidigung des Landes Kriegsdienst zu leisten, dies allerdings nur innerhalb der Landesgrenzen.
Für diese Wehrleistung waren die Tiroler aber von jedem Kriegsdienst außerhalb der Landesgrenzen befreit, und Kaiser Maximilian verpflichtete sich weiters, keinen Krieg ohne Bewilligung der Landstände zu beginnen, der durch oder über Tirol führte. Andererseits verpflichtete der Kaiser die Tiroler zur selbständigen Verteidigung ihres Landes, gestand ihnen aber auch das Tragen von Waffen zu. Den Tirolern die Waffenfreiheit zu gewähren, konnte Maximilian nur in einem Land wagen, das keine Leibeigenen kannte, wo vom Ritter bis zum Bauernknecht seit Jahrhunderten jeder ein freier Mann war.
Das Landlibell kam den Tiroler Bestrebungen nach Eigenständigkeit sehr entgegen. Die Tiroler fanden sich bald in freiwilligen Schützenkompanien zusammen und verteidigten das Land gegen Venezianer, Bayern und Franzosen.
Das Landlibell von 1511, dessen 500. Jahrestag wir heuer begehen, ist untrennbar mit dem Gesamttiroler Schützenwesen und mit dem Selbstverständnis des ganzen historischen Tirols und seiner Menschen verbunden. Im Rahmen der „Langen Nacht der Blasmusik“ in Landeck wird dieses einzigartigen Dokuments und kaiserlichen Privilegs gedacht.